Praha calling

Wir waren über’s Wochenende in Prag.

Mit der Schwieger-Familie.

7 Erwachsene und unsere kleine Chefin auf Touri-Tour in Tschechien. Und ich möchte euch jetzt meine Impressionen von dem Wochenende präsentieren.

Wer jetzt Schnappschußbilder eines Familienausflugs erwartet, sollte mich eigentlich besser kennen. Stattdessen gibt es meine Sichtweise auf eine Stadt, die teils sehr malerisch, teils sehr heruntergekommen und in weiten Teilen sehr touristisch ist.

Wie in letzter Zeit so oft in einer kontrastreichen Schwarz-weiß Darstellung, die ich für die Bilder am passendsten fand. Ich hab auch erst mit einem knalligen Teiltonung-70er-Jahre-Kommunismus-Stil herumexperimentiert, aber zu 90% der Bilder hat er einfach nicht gepasst.

Aber legen wir einfach mal los.

Unser Hotel lag unweit der Metro Station Andel am westlichen Moldauufer (der Kleinseite), und hieß passenderweise Angelo. Andel ist tschechisch für Engel, genauso wie angelo in der Kunstsprache eines Marketingteams ,-). Das Hotel kann ich übrigens jedem empfehlen, der mal nach Prag kommt. Preiswert, guter Service, tolles Frühstück und eine bewachte Tiefgarage.

Angekommen am Freitag nachmittag zogen wir nach einer kleinen kulinarischen Stärkung entlang der Moldau bis zur weltbekannten Karlsbrücke. Die Brücke bog sich unter den vielen Touristen und Souvenierhändlern. Aber alle zusammen gaben ein paar schöne Motive ab. Ironischerweise verkaufen die Händler alle das gleiche Motiv der menschenleeren Brücke im nebeligen Sonnenaufgang. Ich frage mich echt, zu welcher Tages bzw. Jahreszeit diese Bilder gemacht werden können. Aber wir haben uns einfach mit dem Strom treiben lassen, haben uns mit der Stadt vertraut gemacht und uns am strahlenden Sonnenschein erfreut.
Und so sah das aus.

Für Samstag vormittag hatten wir eine private Stadtführerin gebucht, die uns die Prager Burg zeigen sollte. Hat in unserer Gruppe pro Person fast nicht mehr gekostet als eine normale Führung, aber wir konnten unsere eigenen Schwerpunkte setzen, unser eigenes Tempo machen und jederzeit zum Füttern, Wickeln usw. unterbrechen. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle nochmal an Frau Helena Richterova (vielleicht lesen sie das ja gerade und hinterlassen einen Kommentar).

Das Burgareal ist riesig und im August übervoll mit Touristen aus der ganzen Welt. Also galt es, die passenden Details herauszuarbeiten und die Touristen in die Bildkomposition mit einzuarbeiten.
Die Führung endete Mittags und wir verbrachten den Nachmittag wieder mit lecker essen, durch die kleinen Straßen schlendern, Kaffeepäuschen usw. Kurzum, wir haben es uns echt gut gehen lassen.
Und das sah dann so aus.

Nachdem das westliche Moldauufer nun abgehakt war, traffen wir uns am Sonntag vormittag wieder mit Frau Richterova, die uns an diesem Tag das Stadtzentrum am östlichen Moldauufer zeigen sollte. Wenzelsplatz, altes Rathaus, Glockenspiel, jüdisches Viertel – das volle Programm eben. Aber darüber hinaus auch das ein oder andere Kleinod, dass wir selbst in unserem Lonely Planet Reiseführer nie gefunden oder einfach überlesen hätten. Auch diese Führung endete wieder gegen Mittag und in einem netten Café ein paar Straßen abseits der Touristenmeilen beschlossen wir unseren Kurztrip.
Auch davon gibt’s natürlich Bilder und die sehen so aus.

Alles in allem kann ich sagen, das mir (und dem Rest der Familie) Prag sehr gut gefallen hat. Deshalb kann ich euch folgende Tipps geben:

  • Drei Tage sind für einen ersten Besuch perfekt.
  • Ein Hotel mit bewachter Garage ist zu empfehlen.
  • Ab 6 Personen rechnet sich ein privater Stadtführer.
  • Uns wurde nix geklaut, aber wie in jeder touristischen Gegend sollte man sich vor Taschendieben in acht nehmen und entsprechende Vorkehrungen treffen (vor allem, wenn man mit der dicken DSLR unterwegs ist)
  • Das tschechische Essen ist viel, fett und schwer – aber seeeeehr gut.
  • “Zwei Semmelknödel” bedeuten manchmal zwei Teller mit je 6 Scheiben Serviettenknödel und “Beilagengemüse” kann manchmal eine Salatschüsselvoll Gemüse sein (aus Gründen).

 

flattr this!

2 Comments

  1. 2012/09/02 at 08:44 · Reply

    Bin beeindruckt von den Bildern und dem Spagat den du zwischen Familienausflug und Fotoexkusion geschafft hast. Bei mir funktioniert das leider nicht… :-(
    Ich vermute mal, dass du aber auch noch 148 Bilder deiner Familie gemacht hast – denn nix ist schlimmer als von einem Familienausflug/Urlaub _ohne_ “normale” Familienbilder zurück zu kommen….

    • matmaxx
      2012/09/02 at 14:35 · Reply

      Insgesamt sind es knapp 400 Bilder – die Familie hat also gewonnen ;-)

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