Gib mir ein Profil

Nachdem die Fußball WM vorbei ist, wurde es mal wieder Zeit für ein neues Profilfoto auf meinen diversen Foto/Community Accounts. Mein aktuelles Profilbild gefällt mir wegen seiner versteckten Anspielungen zwar sehr gut, aber nachdem Deutschland nicht Weltmeister geworden sind…anderes Thema. Einfach zurück auf mein bisheriges ‘Borg-Bild’ wollte ich aber auch nicht, denn dass ist ja schon über ein Jahr alt und noch mit der Panasonic FZ50 geschossen.

Dann hab ich bei HappyShooting gehört, wie ‘witzig’ Weitwinkelportraits aussehen sollen.
Also das Sigma 10-20mm auf die D90 geschnallt, Stativ aufgebaut, Kabelauslöser angeschlossen und davor niedergekniet (dazu später mehr). Dabei steht man vor dem Problem, dass man natürlich nicht nach jedem Bild aufstehen und das Ergebnis auf dem Display kontrollieren will. Deshalb das Notebook danebengestellt, Lightroom in den ‘TetherModus’  bringen und munter drauf losposen. Und nach jedem Schuß ist das Bild (wohlgemerkt das .nef) in weniger als drei Sekunden bildschirmfüllend auf dem Display des Notebooks.
Nächstes Problem – bei diesen Brennweiten hat man in geschlossenen Räumen immer viel zu viel Hintergrund, der vom Subjekt ablenkt. Als ich dann endlich die passende Stelle gefunden hatte, war es dort zu dunkel, um ohne künstliches Licht zu arbeiten. Einen Aufsteckblitz hab ich (noch) nicht, der Kamerablitz macht alles platt, also was tun..?

Eine günstige Alternative zum Blitzlicht ist ein Dauerlicht, wie z.B. mein 500W Baumarktstrahler. Dumm nur, dass diese Dinger extrem heiß werden, was bei den aktuellen Temperaturen im oberen 30er Bereich nicht lange angenehm ist. Aber was tut man nicht alles für ein neues Profilbild. Also 500W von rechts hinten (aus meiner Perspektive), Aufhellen und Füllen mit dem Kamerablitz von vorne oben links (von der Position der Kamera halt). Damit der Blitz nicht ganz so plättend wirkt, hab ich meinen Highend Aufklappblitzdiffusor davorgeschnallt und den Blitz auf -1,5 runtergeregelt. Denn immerhin war meine Nase ja keine 50cm von der Kamera entfernt. Die Kamera war dann im manuellen Modus [M] auf ISO200, 1/125s und Blende 4.8 auf 11.5mm (x1,5 APS-C Crop) und dynamische Autofocusgruppierung gestellt.

So und nun zum Thema ‘Niederknien’. Wäre ich aufrecht gestanden (190cm), hätte ich mein Stativ bis unter die Decke schieben müsssen. Mein Slik ist zwar groß und stabil, aber auch dem sind Grenzen gesetzt. Außerdem ist das USB Kabel zum Notebook nicht lang genug gewesen und es kam einfach nicht zu der krassen Verkürzung des Körpers, die ich mir vorgestellt hatte. Also hab ich mir ein altes Paar Sneakers genommen, die Versen nach innen umgeklappt, mich draufgekniet und meine Shorts so darüber trapiert, dass es aussieht als hätte ich lange Hosen an. Dann nur noch die unterschenkel geschickt hinter dem Körper versteckt und ab dafür – Die Tether-Sache und regelmäßiges Yoga helfen dabei enorm. Nach unzähligen Fehlversuchen, auf denen entweder der Kabelauslöser, meine Unterschenkel oder Schweißbäche auf meiner Stirn zu sehen waren, kamen dann doch vier Bilder zum Vorschein, bei denen die Illusion funktioniert. Ich muß an dieser Stelle nicht erwähnen, dass sich nach 15 Minuten auf den Knien die Versenkappen der Schuhe fast unter meine Kniescheiben gebohrt haben. Der Kratzer auf der Stirn ist übrigens echt und in Verbindung mit Schweiß äußerst schmerzhaft – Aber was tut man nicht alles für ein gutes Bild.

Achja, die hübsche Brille ist vom letzten 3D Kinobesuch. Bereits beim Auspacken im Kino war mir klar, dass dieses Schätzchen in meine Fotoutensilienkiste wandert. Kleiner Nachteil der Brille war allerdings, dass man sie zum Betrachten der Bilder in Lightroom immer absetzen muss. Denn sonst sieht man ’3D’ wo eigentlich keins ist.
Auf die Nachbearbeitung möchte ich jetzt gar nicht weiter eingehen, ich denke, das geübte Auge erkennt den ein oder anderen Fotoladen Kniff eh. Wenn nicht, könnt ihr mir gern eine Mail schreiben oder mich per skype kontaktieren, dann erzähl ich euch mehr.
Und damit hab ich ein neues Profilbild für die Fotocommunity, flickr usw.

Aber was noch wichtiger ist: Ich hatte einen Mordsspaß!!!

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