On the [Porsche] road

Ich wollte schon lange mal in das Porsche Museum in Stuttgart zum Fotografieren fahren, letzte Woche ergab sich dann ganz spontan die Gelegenheit und ich habe sie natürlich genutzt. Deshalb möchte ich heute mal ein wenig über meinen Besuch dort erzählen.

Das Museum liegt mitten in Stuttgart, direkt gegenüber des Porschewerks am Porscheplatz in Zuffenhausen. Schon von außen macht die futuristische Architektur jede Menge her. Wer jetzt auf ein Außenansichts-Bild wartet, wartet aber vergeblich. Als ich dort war, war hellichter Tag, kaum Verkehr auf dem Porscheplatz und nix mit spannender Beleuchtung. Außenbilder bei einsetzender Dunkelheit, wilden Scheinwerferspuren im Kreisverkehr vor dem Museum und einer strahlenden Innenbeleuchtung des Museums werde ich aber nachreichen, wenn ich das nächste Mal ein paar Stunden Freizeit in Stuttgart habe.

Deshalb bin ich lieber gleich ins Innere und hab erstmal 4 Euro für’s Parken und 8 Euro Eintritt bezahlt. Im Erdgeschoss sind neben dem Ticketschalter noch ein Souvenirshop, Toiletten und ein Cafe, alles preislich auf die Marke Porsche abgestimmt. Also erstmal über eine schier endlose Rolltreppe ins Herz des Museums fahren.

Dieses ist über zwei miteinander verschlungene Stockwerke angelegt, wobei man wegen der abgefahrenen offenen Architektur eigenlich nicht wirklich merkt, wann und wo man vom ersten in den zweiten Stock wechselt. Zum Thema Architektur gibt’s speziell noch für Fotografen die Besonderheit, dass Boden, Wände und Decke blankpoliert und strahlend weiß sind. Einer automatischen Belichtungsmessung sollte man hier also nicht kompromislos vertrauen. Aber einen HDR Fotografen wie mich interessiert sowas ja nur am Rande ;-]

Als Exponate gibt es etwa 80 Fahrzeuge der Firma Porsche aus den unterschiedlichsten Baujahren und für die unterschiedlichsten Nutzungszwecke. Über edle Oldtimer, quietschbunte 60er und 70er Jahre Modelle bis hin zu den aktuellsten Carerra GT[x] Modellen ist alles zu sehen was Porsche auf die Straße gebracht hat. Aber auch Renn-Porsches unterschiedlichster Klassen werden ausgestellt.

Die Präsentation der Fahrzeuge ist sehr schlicht, entweder stehen sie im weißen ‘Nichts’ oder in schwarzen Wandnischen. Einige Sondermodelle, z.B. eine ganze Flotte 917 LeMans Fahrzeuge werden aber dann doch mit aufwendigen LED Installationen ins rechte Licht gerückt. Für HDR Fotografen eher unschön sind die Drehteller, auf denen einige der coolsten Kisten im hinteren Bereich ausgestellt sind – aber es muss ja auch nicht immer HDR sein – oder man ist schnell genug.

Neben den Fahrzeugen selbst – alle selbstverständlich mit sehr gut gemachten, zweisprachigen Infotafeln, gibt es noch allerlei kleinere Exponate für die mir aber leider die Zeit gefehlt hat. Alles in allem ist das Museum gerade für HDR-Fotografen ein wahres Paradies, denn die Beleuchtung der Fahrzeuge und die spiegelnden Wände und Böden bieten einem Motive ohne Ende.

Lediglich zwei kleine Mankos trübten das ansonsten perfekte Automuseumserlebnis: Zum einen stehen die Fahrzeuge teilweise in Reihen relativ dicht aneinander, was die Bildkomposition nicht gerade erleichtert, und zum anderen waren selbst unter der Woche am frühen Nachmittag sehr, sehr, sehr, sehr viele Besucher im Museum, was bei Aufnahmen mit brößerer Brennweite immer wieder dazu führte, dass einem der ein oder andere Hintern durchs Bild marschiert. Aber dank Langzeitbelichtung und Content aware fill wird man diesem Problem auch Herr. Und wenn es sich gar nicht vermeiden lässt, na dann baut man die anderen Besucher eben in die Bildkomposition mit ein.

Zu den fotografischen Details: Die meisten Bilder habe ich natürlich wieder mit meinem Sigma 10-20mm gemacht, viele schräg und viele aus einer sehr niedrigen Perspektive. Ich hab natürlich auch andere Sachen ausprobiert, aber ich finde einfach, ein sportliches Auto macht sich in einer Weitwinkel-Froschperspektive einfach am besten. Durch die Anordnung der Autos in Reihen habe ich auch wieder ein wenig mit meinem Tele rumgespielt um mehrere Fahrzeuge auf ein Bild zu raffen, aber wie schon angesprochen haben mir da die Besuchermassen meist einen Strich durch die 300mm Rechnung gemacht.

Was bleibt noch zu sagen: Fotografieren mit Stativ und Blitz ist für den ‘Privatgebrauch’ ausdrücklich erlaubt, keiner meckert einen an, wenn man sich mit dem Weitwinkel dem Kotflügel der unbezahlbaren Straßenversion des DTM Carerra GT1 auf wenige Zentimeter nähert und selbst wenn man sein Stativ mal auf die ‘bitte nicht betreten’ Podeste stellt, erntet man nur ein nettes Lächeln der Museumswächter(innen).

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